Gedichte sind Verschwörungen

Man ahnt es schon lange, aber nun habe ich durch scharfes Nachdenken den Beweis gefunden. Genauso wie Verschwörungstheorien sich dadurch auszeichnen, dass sie hinter harmlosen Zufällen finstere Absichten wittern, genau so ist es ein Merkmal von Gedichtinterpretationen, dass sie unschuldige Texte und kindlich reine Worte zu Transportgefäßen unfassbar komplexer Intentionen des Autors machen.

Gartengedichte

Jan Wagner bekommt den Büchnerpreis, den Preis, der nach dem Verfasser des „Hessischen Landboten“ benannt ist, der jene verrückte Novelle „Lenz“ gegen alle Wohlanständigkeit geschrieben hat, der in „Woyzeck“ den Naturalismus um zwei Generationen überholt hat. Er bekommt den Büchnerpreis für Gartengedichte.

Konferenz der Lehrkräfte

Was passiert, wenn die Kenntnis der Literaturgeschichte (hier: Wondratschek, Früher begann der Tag mit einer Schusswunde) mit der Langenweile auf einer Konferenz der Lehrkräfte kollidiert? Das hier.

Asylkrise 1997

Vor zwanzig Jahren gab es schon einmal eine Krise mit ganz vielen Leuten, die von unserem Tischelein essen wollten. Dazu fiel mir damals Folgendes ein.

Das ist kein Jim Beam

Karl May bei RTL, das ist: Wilke Wotan Möhring als Old Shatterhand, Winnetou mit bloßem Oberkörper, eine Nscho Tschi, die nicht stirbt, ein Santer, der zum drittreichsten Amerikaner geworden ist, ein Drehbuch, das sonderbare Kreuzungen aus politischer Korrektheit und Karl-May-Kitsch generiert.