Gedichte sind Verschwörungen

Man ahnt es schon lange, aber nun habe ich durch scharfes Nachdenken den Beweis gefunden. Genauso wie Verschwörungstheorien sich dadurch auszeichnen, dass sie hinter harmlosen Zufällen finstere Absichten wittern, genau so ist es ein Merkmal von Gedichtinterpretationen, dass sie unschuldige Texte und kindlich reine Worte zu Transportgefäßen unfassbar komplexer Intentionen des Autors machen.

Blumen mähen

Muss das sein? Muss man so schöne Blumen wegmähen? Meiner unmaßgeblichen Meinung nach sind sie mehr wert als rasierte Grünflächen neben Kreisverkehren. Aber ich weiß, mehrheitsfähig ist das nicht. Außer bei Bienen, Hummeln und was sich sonst noch herumtreibt auf Blüten.

Gartengedichte

Jan Wagner bekommt den Büchnerpreis, den Preis, der nach dem Verfasser des „Hessischen Landboten“ benannt ist, der jene verrückte Novelle „Lenz“ gegen alle Wohlanständigkeit geschrieben hat, der in „Woyzeck“ den Naturalismus um zwei Generationen überholt hat. Er bekommt den Büchnerpreis für Gartengedichte.