Mercron

Ein Kofferwort vom Feinsten, vom Klang her wie von der semantischen Präzision; und gekrönt mit ästhetischer Bildgewalt: Enfin la merde und le con, eux, ils s’épousent et font naître le plus beau mot-valise de notre temps.

Gartengedichte

Jan Wagner bekommt den Büchnerpreis, den Preis, der nach dem Verfasser des „Hessischen Landboten“ benannt ist, der jene verrückte Novelle „Lenz“ gegen alle Wohlanständigkeit geschrieben hat, der in „Woyzeck“ den Naturalismus um zwei Generationen überholt hat. Er bekommt den Büchnerpreis für Gartengedichte.

Helmut Kohl hoch- und heiliggesprochen

Wie der Vatikan vorab mitteilte, wird Helmut Kohl am 3. Oktober 2017 hoch- und heiliggesprochen. Die Pressereaktionen auf seinen Tod und die Lobhudeleien der Weggefährten ließen keinen anderen Schluss zu, als dass der Riese aus Oggersheim der Wiedergänger eines längst verschollen geglaubten Heiligen gewesen sei.

Zweitausendeinhundertdreiundachtzig Veranstaltungen

Der liebe Gott hat dem Kirchentag ein überdimensionales Wochenende lang bestes Kaiserwetter spendiert – und das ist ein echtes Wunder, denn wenn man diesen Gemischtwarenladen von Dampfplauderern sieht, mit denen hier geworben wird, sollte man eher Blitz und Donner erwarten.

Warum die ZEIT unleserlich ist

Ich habe mir wieder einmal vier Exemplare der ZEIT als Probeabo ins Haus liefern lassen. Ich kriege dauernd solche E-Mails mit Probeabo-Angeboten, da kann ich nicht widerstehen. Ich weiß sofort, dass ich diese Wochen-Postille nicht haben will, aber viermal für umme nehm ich sie doch. Könnte ja was Gutes drinstehen.

Asylkrise 1997

Vor zwanzig Jahren gab es schon einmal eine Krise mit ganz vielen Leute, die von unserem Tischelein essen wollten. Dazu fiel mir damals Folgendes ein.

Post-postfaktische Fakten

DAMIT ICH DIESE FAKTEN NICHT VERGESSE. JEDER HAT DAS RECHT AUF SEINE EIGENE MEINUNG, ABER NIEMAND HAT DAS RECHT AUF SEINE EIGENEN FAKTEN.

Das ist kein Jim Beam

Karl May bei RTL, das ist: Wilke Wotan Möhring als Old Shatterhand, Winnetou mit bloßem Oberkörper, eine Nscho Tschi, die nicht stirbt, ein Santer, der zum drittreichsten Amerikaner geworden ist, ein Drehbuch, das sonderbare Kreuzungen aus politischer Korrektheit und Karl-May-Kitsch generiert.